Plugin User ignorieren
pid=foxumuserignor1
Version: 0.083
Autor: Mike48
Quelle: https://www.friends-of-xobor.de
Support: https://www.hpm-support.de/t545566f11769190-Plugin-User-ignorieren.html
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LiFePO4 Frost-Test: 150Ah Akku bei -19°C im Gefrierschrank – Reale Aufwärmzeit im Messprotokoll
LiFePO₄-Frostschutz im Praxistest
Warum eine BMS-Ladefreigabe bei 0 °C problematisch sein kann
Wie lange benötigt eine vollständig ausgekühlte LiFePO₄-Batterie, um sich wieder zu erwärmen?
Und kann das BMS bereits eine Ladung freigeben, obwohl einzelne Bereiche der Batterie noch unter dem Gefrierpunkt liegen?
Ich habe es mit einer 150-Ah-LiFePO₄-Batterie und vier Temperatursensoren praktisch untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, warum nicht nur die eingestellte Abschalttemperatur wichtig ist, sondern auch die Position der Temperatursensoren.
01 | WARUM ICH DIESEN TEST DURCHGEFÜHRT HABE Viele Wohnmobile stehen im Winter über längere Zeit im Freien. Dabei können auch die eingebauten LiFePO₄-Batterien stark auskühlen. Wird anschließend der Motor gestartet, kann die Lichtmaschine über die Bordelektrik oder einen Ladebooster versuchen, die Batterie zu laden. Bei niedrigen Zelltemperaturen ist das jedoch problematisch. Das Laden unterhalb der zulässigen Temperaturgrenze kann zur Ablagerung von metallischem Lithium an der Anode führen. Dieser Vorgang wird als Lithium-Plating bezeichnet und kann die Zellen dauerhaft schädigen. Deshalb muss ein zuverlässiges BMS den Ladevorgang rechtzeitig unterbrechen. Mich interessierte besonders, wie sich eine ausgekühlte Batterie tatsächlich verhält und wie schnell ihre Temperatursensoren wieder eine Ladefreigabe ermöglichen. |
02 | DER TESTAUFBAU Für meinen Versuch verwendete ich eine LiFePO₄-Batterie mit 150 Ah. Die Batterie war mit insgesamt vier Temperatursensoren ausgestattet. Davon befand sich ein Sensor innerhalb des BMS. Drei weitere Sensoren waren zwischen den Zellen verteilt. Versuchsbedingungen: Gefrierschranktemperatur: −19 °C Anfangstemperatur der Batterie: etwa +18,6 bis +18,9 °C Raumtemperatur beim anschließenden Erwärmen: +20 °C Elektrische Belastung während der Erwärmung: ungefähr 5 A Die Temperaturentwicklung und die Schaltzustände des BMS dokumentierte ich mit Screenshots der App. Wichtig war mir, nicht nur eine einzelne Temperaturanzeige zu beobachten, sondern die Unterschiede zwischen den vier Sensoren. |
03 | DIE BATTERIE IM GEFRIERSCHRANK Am 7. November 2024 stellte ich die Batterie in einen Gefrierschrank mit −19 °C. Zu Beginn zeigten die vier Sensoren Temperaturen zwischen +18,6 und +18,9 °C an. Bereits während der ersten Abkühlphase wurden Unterschiede zwischen den Sensorwerten sichtbar. Am folgenden Morgen entnahm ich die Batterie gegen 7:30 Uhr. Die Batterie hatte zu diesem Zeitpunkt ungefähr −11 °C erreicht. Sie war also trotz der langen Lagerung noch nicht vollständig auf die Umgebungstemperatur des Gefrierschranks abgekühlt. Das zeigt, wie träge sich eine größere Batterie thermisch verhält. Die Zellen und die gesamte Konstruktion benötigen Zeit, um ihre Temperatur an die Umgebung anzupassen. Eine kalte Umgebung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass alle Bereiche einer Batterie bereits dieselbe Temperatur angenommen haben. |
04 | DER FROSTSCHUTZ SCHALTET DIE LADUNG AB Während des Abkühlens erreichten die ersten Temperatursensoren den eingestellten Grenzbereich. Bei ungefähr +3 °C wurde die Ladesperre aktiviert. Das BMS wechselte in den entsprechenden Schutzstatus und sperrte den Ladezweig. Die Batterie konnte weiterhin entladen werden. Damit erfüllte die Schutzschaltung zunächst ihre vorgesehene Aufgabe: Laden bei zu niedriger Temperatur verhindern. Allerdings war damit noch nicht geklärt, wann das BMS beim anschließenden Erwärmen wieder eine Ladung zulassen würde. Genau dieser Punkt war für mich besonders interessant. |
05 | WIE SCHNELL ERWÄRMT SICH DIE BATTERIE? Am 8. November stellte ich die ausgekühlte Batterie um etwa 7:30 Uhr in einen Raum mit +20 °C. Gleichzeitig schloss ich eine elektrische Last von ungefähr 5 A an. Anschließend beobachtete ich die Temperaturanzeigen. Gegen 8:00 Uhr überschritten die ersten Sensoren bereits die 0-°C-Grenze. Andere Sensoren zeigten zu diesem Zeitpunkt noch deutlich niedrigere Temperaturen. Zwischen den einzelnen Messstellen bestanden Unterschiede von ungefähr 4 °C. Erst gegen 9:00 Uhr hob das BMS die Ladesperre wieder auf. Damit hatte die Batterie ungefähr 90 Minuten benötigt, bis der eingestellte Freigabebereich erreicht war. Und das bei einer Raumtemperatur von +20 °C und einer zusätzlichen elektrischen Belastung. Eine zweite Batterie ohne angeschlossene Last erwärmte sich im Vergleich langsamer. |
06 | DIE ENTSCHEIDENDE BEOBACHTUNG: 4 °C UNTERSCHIED Das für mich wichtigste Ergebnis waren die unterschiedlichen Temperaturanzeigen. Obwohl sich alle vier Sensoren innerhalb derselben Batterie befanden, zeigten sie während des Erwärmens teilweise um etwa 4 °C voneinander abweichende Werte. Dafür kommen unterschiedliche Sensorpositionen, thermische Übergänge und Messabweichungen infrage. Was bedeutet das für die Ladefreigabe? Wenn ein Sensor bereits +0 °C meldet, können andere Bereiche der Batterie noch mehrere Grad kälter sein. Das ist besonders dann problematisch, wenn ein BMS seine Ladefreigabe allein anhand eines ungünstig platzierten Sensors erteilt. Mein Versuch zeigt damit einen wichtigen Punkt: Die angezeigte Temperatur eines BMS muss nicht mit der Temperatur sämtlicher Zellen übereinstimmen. Die tatsächliche Schutzwirkung hängt deshalb nicht nur vom eingestellten Grenzwert ab. Ebenso wichtig sind Anzahl, Position und Auswertung der Temperatursensoren. |
07 | WARUM ICH +3 °C UND +5 °C VERWENDE Bei meinen Batterien verwende ich für den Kälteschutz folgende Einstellungen: Ladesperre bei +3 °C Erneute Ladefreigabe bei +5 °C Diese Werte habe ich bewusst gewählt. Durch den zusätzlichen Temperaturabstand möchte ich vermeiden, dass eine Batterie bereits bei einer angezeigten Temperatur von 0 °C wieder geladen wird, obwohl einzelne Bereiche noch kälter sind. In meinem Versuch zeigten sich Unterschiede von bis zu 4 °C. Deshalb halte ich eine zusätzliche Sicherheitsreserve für sinnvoll. Die Einstellungen +3 °C und +5 °C sind meine gewählte Schutzstrategie für die verwendete Batteriekonstruktion. Sie sind keine allgemeingültigen Grenzwerte für sämtliche LiFePO₄-Zellen oder BMS-Systeme. Die zulässigen Ladebedingungen müssen immer anhand der konkreten Zell- und Batteriedaten beurteilt werden. |
08 | EIN TEMPERATURFÜHLER KANN ZU WENIG SEIN Bei vielen Batterien ist für die Temperaturüberwachung nur ein einzelner Sensor vorgesehen. Dabei spielt seine Position eine entscheidende Rolle. Befindet sich der Sensor beispielsweise direkt am BMS, an einer Gehäusewand oder in einem Bereich mit schlechter thermischer Anbindung an die Zellen, kann seine Anzeige von der tatsächlichen Zelltemperatur abweichen. Bei einem Temperaturwechsel können sich diese Unterschiede noch verstärken. Mein Test zeigte bereits bei vier Sensoren deutliche Temperaturunterschiede. Ein einzelner Sensor kann deshalb nur die Temperatur an seiner jeweiligen Messstelle erfassen. Ob diese Messstelle für eine zuverlässige Ladefreigabe geeignet ist, hängt von der gesamten Batteriekonstruktion ab. Mehrere sinnvoll platzierte Sensoren können eine bessere Grundlage für den Temperaturschutz liefern. |
09 | WAS BEDEUTET DAS FÜR WINTERCAMPER? Wer sein Wohnmobil im Winter nutzt, sollte sich mit dem Kälteschutz seiner LiFePO₄-Batterie beschäftigen. Besonders wichtig wird das nach längeren Standzeiten bei Frost. Denn beim Starten des Motors kann die Ladeanlage bereits Energie in Richtung Aufbaubatterie liefern. Auch Solarladeregler oder Netzladegeräte können versuchen, eine kalte Batterie zu laden. Mögliche Schutzmaßnahmen sind: • Ein geeignetes BMS mit zuverlässiger temperaturabhängiger Ladesperre • Sinnvoll platzierte Temperatursensoren • Ein Ladebooster, dessen Ladefunktion bei Bedarf deaktiviert werden kann • Eine ausreichend lange Erwärmungsphase vor dem Laden • Eine auf die Batterie abgestimmte Heizlösung Wer einen Ladebooster verwendet, kann dessen Ladefunktion bei geeigneter Ausstattung vorübergehend deaktivieren. Wichtig: Eine manuell abgeschaltete Ladefunktion muss nach ausreichender Erwärmung wieder bewusst aktiviert werden. Eine Batterietemperatur von wenigen Grad über null sollte nicht allein aufgrund der Raumtemperatur angenommen werden. |
10 | FAZIT – EIN FROSTSCHUTZ MUSS IN DER PRAXIS FUNKTIONIEREN Mein Versuch hat mehrere interessante Erkenntnisse geliefert. Die 150-Ah-Batterie benötigte viele Stunden, um im Gefrierschrank deutlich unter 0 °C abzukühlen. Beim anschließenden Erwärmen zeigten die vier Sensoren teilweise erhebliche Temperaturunterschiede. Trotz +20 °C Raumtemperatur dauerte es ungefähr 90 Minuten, bis die Ladesperre wieder aufgehoben wurde. Die wichtigste Erkenntnis: Ein BMS kann nur anhand der Temperaturen entscheiden, die seine Sensoren tatsächlich erfassen. Eine eingestellte Ladefreigabe bei 0 °C garantiert deshalb nicht automatisch, dass bereits sämtliche Bereiche einer Batterie oberhalb des Gefrierpunkts liegen. Für mich bestätigt dieser Test, weshalb ich bei meinen Batterien mit einer zusätzlichen Temperaturreserve arbeite. Nicht allein der eingestellte Grenzwert entscheidet über den Schutz der Zellen, sondern das Zusammenspiel aus Sensorposition, BMS-Auswertung und tatsächlichem Temperaturverhalten. |
DER VOLLSTÄNDIGE FROSTSCHUTZTEST
Im geschützten Fachbereich des WOMOFORUM findest du meinen ursprünglichen Testbericht vom November 2024.
Dort sind die einzelnen Temperaturmessungen, Screenshots der BMS-App und die anschließende Diskussion dokumentiert.
Zum vollständigen Frostschutztest für Mitglieder
Der Zugriff ist nach kostenloser Registrierung und Freischaltung möglich.
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Grüße aus dem mittleren Süden
Jürgen (Jube)
www.jube-tech.de
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